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Klärschlamm-Monoverbrennung im Bau: Welche Fachkräfte Betreiber jetzt brauchen

Für den Bau und Betrieb von Klärschlamm-Monoverbrennungsanlagen werden vor allem Fachkräfte aus dem Anlagen-, Kessel- und Verfahrensbau sowie aus der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik gesucht. Der Zeitdruck ist hoch: Mehrere Großprojekte laufen parallel, und ab 2029 greift die gesetzliche

Schema: Klärschlammverbrennung
Schema ohne Maßstab: Klärschlammverbrennung.
Autor
Redaktion
Kategorie
Anlagen & Branchen
Lesezeit
4 Minuten
Stand
26.10.2026

Für den Bau und Betrieb von Klärschlamm-Monoverbrennungsanlagen werden Fachkräfte aus dem Anlagen- und Kesselbau, der Verfahrenstechnik sowie der Mess-, Steuer- und Regelungstechnik gesucht. Der Bedarf ist dringend: Mehrere Großprojekte befinden sich gleichzeitig in der Realisierungsphase, und ab 2029 greift die gesetzliche Pflicht zur Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm.

Warum entsteht gerade jetzt so viel Nachfrage?

Die Klärschlammverordnung (AbfKlärV) wurde 2017 neu gefasst und schreibt vor, dass ab 2029 die Rückgewinnung von Phosphor aus Klärschlamm für alle Kläranlagen verpflichtend ist. [2] Gleichzeitig scheidet die Mitverbrennung in Kohlekraftwerken mit dem gesetzlichen Kohleausstieg in den 2030er Jahren als Entsorgungsweg aus. [3] Beide Entwicklungen zusammen erzwingen den Aufbau neuer Monoverbrennungskapazitäten in kurzer Zeit.

Dafür werden in Deutschland deutlich mehr Monoverbrennungsanlagen benötigt als derzeit vorhanden sind. [3] Projekte wie die Anlage der Klärschlamm-Verwertung Rheinland GmbH (KVR) in Hürth-Knapsack zeigen, wie eng der Zeitplan ist: Die Fertigstellung ist für das Jahr 2028 vorgesehen, der Regelbetrieb soll 2029 beginnen. [1]

Was macht die Monoverbrennung technisch anspruchsvoll?

Bei der Monoverbrennung verbleiben etwa 90 Prozent des ursprünglichen Phosphors in der Asche, die anschließend weiterbehandelt werden muss. [3] Anders als bei der Mitverbrennung vermischt sich die Asche nicht mit Rückständen anderer Brennstoffe, was die Phosphorrückgewinnung erst ermöglicht. [3]

Die Anlagen bestehen aus mehreren komplexen Teilsystemen, die aufeinander abgestimmt sein müssen:

  • Trocknung: Die Trockner senken den Wassergehalt des mechanisch entwässerten Klärschlamms auf etwa 60 Prozent. [4]
  • Verbrennung: Als Kerntechnologie kommt die Wirbelschichtverbrennung zum Einsatz. [1]
  • Dampferzeugung: Kessel und Dampferzeuger zählen zu den Herzstücken der Anlage. [4]
  • Energieauskopplung: Die Überschussenergie soll als grüne Wärme an benachbarte Industriepartner und Stadtwerke geliefert werden. [1]

Jedes dieser Teilsysteme stellt eigene Anforderungen an Planung, Montage und Inbetriebnahme.

Welche Fachkräfte werden in welcher Projektphase gebraucht?

Die Bauphasen laufen nicht sequenziell, sondern überlappen sich. Am Beispiel des KVR-Projekts in Hürth-Knapsack lässt sich ablesen, welche Qualifikationen wann gefragt sind:

ProjektphaseTypische Fachkräfte
Massivbau / RohbauBautechniker, Bauingenieure, Bauleiter
Anlagenmontage (Ofen, Kessel)Montageingenieure, Schweißfachleute, Rohrleitungsbauer
Einbau Trockner und BunkerVerfahrenstechniker, Maschinenbauingenieure, Hebetechnik-Spezialisten
MSR und LeittechnikMSR-Ingenieure, Automatisierungstechniker, E-Techniker
InbetriebnahmeInbetriebnahmeingenieure, Prozessleittechniker
DauerbetriebAnlagenfahrer, Betriebsingenieure, Wartungstechniker

Der Massivbau der Ofenhalle in Hürth-Knapsack ist bereits abgeschlossen; erste Bauteile des Ofens für die Wirbelschichtverbrennung und des Kessels wurden montiert. [5] Bis zum Sommer 2026 soll der Klärschlammbunker fertiggestellt sein, im Herbst 2026 ist der Einhub der beiden Trockner geplant. [4] Das bedeutet: Montage- und Verfahrensfachkräfte werden unmittelbar benötigt, Inbetriebnahme-Spezialisten folgen in der nächsten Phase.

Welche Qualifikationen sind besonders gefragt?

Monoverbrennungsanlagen für Klärschlamm verbinden Elemente aus der thermischen Abfallverwertung, dem Kraftwerksbau und der Abwassertechnik. Gesucht werden typischerweise:

  • Verfahrens- und Umweltingenieure mit Kenntnissen in der thermischen Verwertung
  • Maschinenbauingenieure und Techniker für Druckbehälter, Kessel und Trocknungsaggregate
  • MSR- und Automatisierungsingenieure für Prozessleitsysteme
  • Elektrotechniker für Schalt- und Energieversorgungsanlagen
  • Inbetriebnahmeingenieure mit Erfahrung in Wirbelschicht- oder Rostfeuerungsanlagen
  • Betriebsingenieure und Meister für den späteren Anlagenbetrieb

Hinzu kommt Bedarf an Fachkräften für Qualitätssicherung und Dokumentation, da Genehmigungsverfahren und Behördenabnahmen lückenlose Nachweise erfordern.

Wie groß ist der Umfang laufender Projekte?

Das Projekt in Hürth-Knapsack verdeutlicht die Größenordnung: Ab 2029 sollen dort jährlich bis zu 180.000 Tonnen Klärschlamm thermisch verwertet werden. [5] Allein der Erftverband und der Wasserverband Eifel-Rur betreiben zusammen mehr als 70 Kläranlagen und behandeln das Abwasser von etwa 1,85 Millionen Menschen. [1] RWE Power baut am selben Standort zwei Linien für die Klärschlamm-Monoverbrennung, die 2027 beziehungsweise 2028 fertiggestellt werden sollen; zwei weitere Linien sind genehmigt und können bei Bedarf realisiert werden. [1]

Parallel dazu plant die EnBW ein Klärschlamm-Heizkraftwerk in Walheim, das zusätzliche Kapazitäten für Recycling, Strom- und Wärmeerzeugung schaffen soll. [3] Solche Projekte laufen bundesweit, weil Deutschland laut Statistischem Bundesamt jährlich 1,7 Millionen Tonnen getrockneten Klärschlamm erzeugt, für die neue Verwertungswege gebraucht werden. [3]

Was bedeutet das für die Personalplanung von Betreibern und Anlagenbauern?

Der Zeitraum bis 2029 ist kurz. Wer Fachkräfte für Montage, Inbetriebnahme und Betrieb erst dann sucht, wenn die Anlage steht, riskiert Verzögerungen. Erfahrene Ingenieure und Techniker mit Kenntnissen in der thermischen Verwertung sind bereits heute knapp, weil gleichzeitig Projekte in der Waste-to-Energy-Branche und im Kraftwerksumbau um dieselben Profile konkurrieren.

Betreiber und Generalunternehmer, die frühzeitig qualifiziertes Personal einbinden, sichern sich Planungssicherheit für die kritischen Phasen Anlagenmontage, Inbetriebnahme und Regelbetrieb. Dabei kann der Einsatz von Fachkräften über einen Dienstleistungsvertrag — der eine Tätigkeit, nicht ein Ergebnis schuldet — Flexibilität in der Projektstruktur erhalten.

Steinhauer unterstützt Betreiber und Anlagenbauer in der Klärschlammverwertung mit Engineering-Fachkräften für alle Projektphasen. Weitere Informationen zu den Einsatzmöglichkeiten finden sich unter /branchen/klaerschlammverwertung und /leistungen.

Quellen

  1. Erftverband: Klärschlamm-Monoverbrennung nimmt Gestalt an: Massivbau steht, Anlagenausbau beginnt - Erftverband (öffnet in neuem Fenster)
  2. Umweltbundesamt: Phosphorrückgewinnung aus Klärschlamm auf Abwassergebühr umlegbar (öffnet in neuem Fenster)
  3. EnBW Energie Baden-Württemberg AG: Klärschlamm­verbrennung: Phosphor aus Abwasser gewinnen | EnBW (öffnet in neuem Fenster)
  4. Klärschlamm-Monoverbrennung in Hürth-Knapsack nimmt Gestalt an (öffnet in neuem Fenster)
  5. Bau der Klärschlammverwertungsanlage in Hürth schreitet voran (öffnet in neuem Fenster)

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