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Tarifabschluss Energie 2026: Was bedeutet das neue Gehaltsniveau für Fachkräfte?

Der Tarifabschluss in der Tarifgemeinschaft Energie bringt Beschäftigten ab Februar 2026 vier Prozent mehr Gehalt sowie eine Einmalzahlung von 1.000 Euro im Mai 2026. Ein zweiter Schritt folgt im Oktober 2027 mit weiteren zwei Prozent.

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Autor
Redaktion
Kategorie
Karriere
Lesezeit
4 Minuten
Stand
15.10.2026

Der Tarifabschluss in der Tarifgemeinschaft Energie (TG Energie) sichert Beschäftigten rückwirkend ab dem 1. Februar 2026 vier Prozent mehr Gehalt sowie eine Einmalzahlung von 1.000 Euro im Mai 2026. [1] Ein zweiter Erhöhungsschritt von zwei Prozent folgt zum 1. Oktober 2027, bevor der Vertrag am 30. Juni 2028 ausläuft. [1]

Wen betrifft der Abschluss direkt?

Der neue Tarifvertrag gilt in erster Linie für die Beschäftigten des größten deutschen Energieversorgers Eon, des Übertragungsnetzbetreibers Tennet sowie der Eon-Töchter Edis und EnviaM. [1] Verdi war am 15. Januar 2026 mit einer Forderung von sieben Prozent mehr Gehalt für eine Laufzeit von zwölf Monaten in die Verhandlungsrunde gestartet. [1] Am Ende einigte man sich auf eine zweistufige Erhöhung bei einer Gesamtlaufzeit von 29 Monaten. [1]

Betroffen sind laut Verdi über 30.000 Mitarbeitende. [2] Die Verhandlungen fanden in Düsseldorf statt und erstreckten sich bis in die frühen Morgenstunden. [1]

Was erhalten Auszubildende und Dual Studierende?

Auszubildende und Dual Studierende erhalten im Mai 2026 eine Einmalzahlung von 500 Euro. [1] Darüber hinaus wurden die bereits geltenden Übernahmeregelungen, die ursprünglich bis 2029 vereinbart waren, nun bis 2031 verlängert. [1] Gewerkschaftsmitglieder erhalten künftig außerdem einen Tag mehr Bildungsurlaub, sodass ihnen insgesamt bis zu vier Tage für Weiterbildungen im Bereich des Arbeitsrechts zustehen. [1]

Welche Bedeutung hat der Abschluss für Stadtwerke und TV-V?

Der TG-Energie-Abschluss gilt traditionell als Gradmesser für den Tarifvertrag Versorgungsbetriebe (TV-V), nach dem ein Großteil der Stadtwerke in Deutschland zahlt. [1] Gerade bei Fachkräften ist der Konkurrenzdruck zwischen Energieversorgern und Stadtwerken groß. [1] Im vergangenen Jahr wurde der TV-V neu verhandelt: Im Juni 2025 durften sich die Angestellten über einen Lohnanstieg um bis zu acht Prozent freuen, und im Juni 2026 steigen die Gehälter nochmals um 1,25 Prozent. [1]

Wer also bei einem Stadtwerk beschäftigt ist, sollte prüfen, welcher Tarifvertrag im eigenen Betrieb gilt — die Entwicklungen beider Abschlüsse verlaufen eng verzahnt.

Wie ordnet sich der Abschluss in die allgemeine Tariflohnentwicklung ein?

KennzahlWert
Nominaler Tariflohnanstieg 2026 (branchenübergreifend)3,1 %
Reallohnzuwachs 2026 (inflationsbereinigt)0,7 %
TG-Energie: Erhöhung ab 1. Februar 20264,0 %
TG-Energie: Erhöhung ab 1. Oktober 20272,0 %
TG-Energie: Einmalzahlung Mai 2026 (Beschäftigte)1.000 €
TG-Energie: Einmalzahlung Mai 2026 (Azubis/Dual Studierende)500 €
Laufzeit des neuen Tarifvertrags29 Monate

Nach den bislang vorliegenden Abschlüssen steigen die Tariflöhne 2026 nominal um 3,1 Prozent — inflationsbereinigt ergibt sich ein Reallohnzuwachs von 0,7 Prozent. [3] Der TG-Energie-Abschluss liegt mit vier Prozent im ersten Schritt damit deutlich über diesem Durchschnittswert. [1][3]

Welche weiteren Vereinbarungen wurden getroffen?

Neben den Gehaltserhöhungen hielten Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertreter den hohen Stellenwert der betrieblichen Ausbildung im Tarifvertrag fest. [1] Eine konkrete Ausbildungszahl wurde jedoch nicht festgeschrieben. [1] Das gesamtwirtschaftliche Umfeld — geprägt durch die Energiewende und hohe Investitionsbedarfe — hatte nach Aussage der Verhandlungsführenden einen starken Einfluss auf die Gespräche. [1]

Der Abschluss biete dem Unternehmen aufgrund der Laufzeit von 29 Monaten Planungssicherheit und Stabilität, so die Einschätzung der Arbeitgeberseite. [1] Aus Gewerkschaftssicht sei es „keine einfache Tarifsituation" gewesen, aber man habe „mit der Arbeitgeberseite gut zu einem Ergebnis gefunden". [1]

Was bedeutet das konkret für die eigene Gehaltsplanung?

Wer unter den TG-Energie-Tarifvertrag fällt, kann ab Februar 2026 mit vier Prozent mehr Bruttogehalt rechnen — rückwirkend ab dem 1. Februar. [1] Hinzu kommt die Einmalzahlung von 1.000 Euro im Mai 2026. [1] Der zweite Schritt von zwei Prozent greift erst ab Oktober 2027, sodass die Laufzeit bis Juni 2028 Planbarkeit für beide Seiten schafft. [1]

Für Fachkräfte, die nicht unter einen Tarifvertrag fallen oder deren Arbeitgeber keinem Arbeitgeberverband angehört, dienen diese Abschlüsse dennoch als Orientierungsgröße bei Gehaltsverhandlungen. Die branchenübergreifende Tariflohnentwicklung von nominal 3,1 Prozent für 2026 liefert dabei einen weiteren Vergleichspunkt. [3]

Auf der Seite /karriere finden Fachkräfte aus dem Energieanlagenbau weiterführende Informationen zu Beschäftigungsmöglichkeiten. Steinhauer vermittelt und überlässt Ingenieure und Techniker in Branchen wie Waste-to-Energy, Kraftwerke und GuD sowie Wasserstoff und Power-to-X — weitere Informationen dazu unter /branchen.

Quellen

  1. TG Energie: Verdi einigt sich mit Eon auf neue Gehälter bis 2028 (öffnet in neuem Fenster), 03.02.2026
  2. Tarifrunde Energie 2026: ver.di fordert 7 Prozent mehr Gehalt und sichere Perspektiven für Nachwuchskräfte (öffnet in neuem Fenster)
  3. Tariflöhne steigen 2026 nach den bislang vorliegenden Abschlüssen nominal um 3,1 Prozent – inflationsbereinigt ein Reallohnzuwachs von 0,7 Prozent (öffnet in neuem Fenster)

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