Für Auftraggeber
Gehaltsreport Bau und Energie 2026: Was der Lohnabstand für die Personalplanung im Anlagenbau bedeutet
Fachkräfte in der Energiewirtschaft verdienen laut Hays-Gehaltsreport 2026 durchschnittlich 62.000 Euro, im Baugewerbe sind es 53.600 Euro — ein Unterschied von 16 Prozent. Für Auftraggeber im Anlagenbau bedeutet das: Der Wettbewerb um qualifiziertes Personal findet branchenübergreifend statt, und
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- Autor
- Redaktion
- Kategorie
- Arbeitsmarkt
- Lesezeit
- 4 Minuten
- Stand
- 20.10.2026
Fachkräfte in der Energiewirtschaft verdienen laut dem Hays-Gehaltsreport 2026 durchschnittlich 62.000 Euro pro Jahr, im Baugewerbe sind es 53.600 Euro — ein Unterschied von 16 Prozent. [1] Für Betreiber, Anlagenbauer und Generalunternehmer im Energieanlagenbau heißt das: Wer Fachkräfte aus dem Bauumfeld gewinnen oder halten will, konkurriert mit einem Sektor, der strukturell höhere Vergütungen bietet.
Was zeigt der Gehaltsreport 2026 im Überblick?
Der Hays-Gehaltsreport 2026 basiert auf einer Befragung von 1.160 Fach- und Führungskräften im ersten Quartal 2026. [2] Er erfasst Gehaltsniveaus und Wechselbereitschaft in der Bau- und Energiewirtschaft und liefert damit eine der wenigen belastbaren Datengrundlagen für die Personalplanung in diesen Sektoren.
Zentrale Befunde im Überblick:
- Durchschnittsgehalt Energiewirtschaft: 62.000 Euro
- Durchschnittsgehalt Baugewerbe: 53.600 Euro
- Lohnabstand: 16 Prozent zugunsten der Energiewirtschaft [1]
- 28 Prozent der Fachkräfte und 38 Prozent der Führungskräfte äußern sich zufrieden mit ihrem aktuellen Einkommen [2]
Warum stoppen hohe Gehälter die Wechselbereitschaft nicht?
Einkommenszufriedenheit und Bindungsbereitschaft fallen im Bau- und Energiesektor deutlich auseinander. Rund 40 Prozent der zufriedenen Fachkräfte ziehen einen Arbeitgeberwechsel in Betracht, sofern ein besseres finanzielles Angebot vorliegt. [2] Das bedeutet: Selbst wer gut verdient, bleibt nicht zwingend.
Besonders ausgeprägt ist dieses Muster bei Projektleitungen. Laut dem Bericht sind 84 Prozent der Projektleiter im Bausektor wechselbereit. [2] Gerade diese Funktionen — Projektleitung, Bauleitung — sind im Energieanlagenbau unverzichtbar und schwer zu ersetzen.
Für die Personalplanung folgt daraus: Gehalt ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung für Mitarbeiterbindung. Wer ausschließlich auf Vergütung setzt, wird den Abgang erfahrener Fachkräfte nicht verhindern.
Wie unterscheiden sich die Gehälter zwischen Ost und West?
Neben dem Branchenvergleich weist der Gehaltsreport deutliche regionale Unterschiede aus. Zwischen Ost und West klaffen laut dem Bericht deutliche Lücken. [2] Für Auftraggeber, die Projekte in verschiedenen Regionen Deutschlands umsetzen, ist das ein relevanter Planungsfaktor: Verfügbarkeit und Gehaltserwartungen von Fachkräften variieren je nach Standort.
Welche Berufsgruppen sind im Anlagenbau besonders betroffen?
Der Wettbewerb um Fachkräfte betrifft im Energieanlagenbau sowohl den gewerblichen Bereich — Elektrofachkräfte und Monteure — als auch die technisch-kaufmännische Sparte mit Ingenieuren und Technikern. [4] Der Markt hat sich zu einem Arbeitnehmermarkt entwickelt: Nicht Unternehmen wählen aus einem Pool von Bewerbern, sondern Jobsuchende entscheiden sich für eine von mehreren angebotenen Stellen. [4]
Bei Führungskräften kommt ein weiterer Faktor hinzu: Veränderungskompetenz ist heute mehr gefragt als klassische Hierarchieführung. [4] Im Anlagenbau, wo Projekte komplex und Laufzeiten lang sind, bedeutet das, dass Führungspersönlichkeiten mit Erfahrung in dynamischen Umgebungen besonders gesucht sind.
Warum ist die Lage in der Energiewirtschaft strukturell anders?
Die Energiewirtschaft steht unter einem doppelten Druck: politische Regulatorik treibt den Umbau hin zu klimaneutraler Energie, gleichzeitig verändern sich dadurch die Anforderungen an das Personal. [4] Der Bundesverband für Wasser- und Energiewirtschaft stellt in seinem Fortschrittsmonitor fest, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland noch viel zu langsam verläuft — und nennt den Fachkräftemangel als einen der Kernpunkte. [4]
Für den Energieanlagenbau — Waste-to-Energy, Biomasse, Wasserstoff, GuD-Kraftwerke — bedeutet das: Die Nachfrage nach qualifiziertem Personal steigt, während das Angebot begrenzt bleibt. Wer Projekte termingerecht umsetzen will, muss Personalplanung frühzeitig und strategisch angehen.
Gehaltsvergleich: Energiewirtschaft und Baugewerbe 2026
| Merkmal | Energiewirtschaft | Baugewerbe |
|---|---|---|
| Durchschnittsgehalt (Fachkräfte) | 62.000 Euro | 53.600 Euro |
| Lohnabstand | +16 % gegenüber Bau | Referenzwert |
| Wechselbereitschaft Projektleitung | Hoch (branchenübergreifend) | 84 % wechselbereit |
| Einkommenszufriedenheit Fachkräfte | 28 % zufrieden | 28 % zufrieden |
| Einkommenszufriedenheit Führungskräfte | 38 % zufrieden | 38 % zufrieden |
Quellen: Hays-Gehaltsreport 2026 [1][2][3]
Was bedeutet das konkret für die Personalplanung?
Auftraggeber im Energieanlagenbau sollten aus den Daten drei Schlüsse ziehen:
- Gehaltspositionierung prüfen: Der 16-Prozent-Abstand zur Energiewirtschaft ist kein Automatismus — wer Fachkräfte aus dem Bauumfeld gewinnen will, muss das Vergütungsniveau kennen und einordnen können. [1]
- Bindungsmaßnahmen jenseits des Gehalts entwickeln: Da rund 40 Prozent der einkommenszufriedenen Fachkräfte trotzdem wechselbereit sind, reicht Vergütung allein nicht aus. [2]
- Stellenprofile schärfen: In einem Markt mit begrenztem Angebot empfiehlt es sich, Anforderungsprofile auf tatsächliche Must-Haves zu reduzieren und Flexibilität bei fachlichen Vorkenntnissen einzuplanen. [4]
Der Fachkräftemangel trifft den Energieanlagenbau nicht als vorübergehende Erscheinung, sondern als strukturelles Merkmal eines Sektors im Umbau. Gezieltes Recruiting ist deshalb wichtig, um kurzfristig Mitarbeitende zu finden und diese langfristig zu binden. [4]
Auf den Seiten /branchen/waste-to-energy, /branchen/wasserstoff-power-to-x und /leistungen beschreibt Steinhauer, in welchen Bereichen des Energieanlagenbaus Fachkräfte vermittelt und eingesetzt werden.
Quellen
- Wirtschaft und Industrie: Gehaltsreport 2026: Energiewirtschaft zahlt 16 % mehr als Bau - Wirtschaft und Industrie (öffnet in neuem Fenster)
- Hohe Gehälter stoppen Wechselbereitschaft nicht (öffnet in neuem Fenster)
- Gehaltsreport Bau und Energie 2026 - Trotz hoher Gehälter: Hohe Wechselbereitschaft in der Bau- und Energiewirtschaft (öffnet in neuem Fenster), 15.09.2026
- ENERGIE Fachzeitung: Personalgewinnung in der Energiewirtschaft - ENERGIE Fachzeitung - Magazin Zeitschrift - Deutschland Österreich Schweiz (öffnet in neuem Fenster)
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